Suedafrika II (25.11-30.11)

25. November: In St. Lucia uebernachteten wir zwei Naechte in der zauberhaften Kingfisher Lodge mit Blick auf eine Flussbiegung mit dem schoenen Namen "Honeymoon Bend". Sehr passend! Allerdings war von dem Fluss nicht mehr viel zu sehen: Aus Angst vor einer Oelkatastrophe nach einem Tankerunfall vor der Kueste war der Zufluss zum St. Lucia See vor etwas ueber einem Jahr verschlosssen worden. Um den Sanddamm zu knacken, muss das Wasser im Fluss mindestens so hoch wie das Meer sein, leider kam eine Duerre dazwischen und der Fluss pfeift inzwischen auf dem letzten Loch...

Wetlands Park

Aber zum Glueck hatten wir ja die Regenzeit aus Swaziland mitgebracht und der St. Lucia Wetlands Park machte seinem Namen alle Ehre: Sonne gab es erst wieder zu unserer Abreise! Also legten wir notgedrungen einen Wasch-, Internet- und Ruhetag ein. Eingehuellt in unsere Regenjacken bestaunten wir von der Kreuzfahrt aus auch einige Hippos und Krokodile sowie eine farbenpraechtige Kolonie von Webervoegeln, die ihre Nester ins Schilf bauten. Als letztes Highlight hatte St. Lucia noch eine heisse Kandidatin auf den Titel "worst waiter/waitress" zu bieten: Als der Koch an unseren Tisch kam, um nachzufragen, was wir denn mit "grilled to perfection" meinten, konnten wir ihn gerade noch ueberzeugen, dass unsere Kellnerin leider den Untertitel und nicht das Gericht notiert hatte :-)

26. November: Von St. Lucia brachen wir bei strahlendem Sonnenschein in Richtung unseres letzten grossen Zieles in Suedafrika auf: Den Drakensbergen. Da wir nicht die ganzen 600km an einem Tag hinter uns bringen wollten, machten wir noch einen Zwischenstop im Hinterland von Durban: den Midlands.

Die Midlands von Natal sind von Huegeln und kleinen Farmhaeusern durchzogen und strahlen eine idyllische und heimelige Atmosphaere aus. Entlang den alten Bundesstrassen haben sich viele Kunsthandwerker, Gaesthaeuser und kleine Laeden angesiedelt und zum "Midland Meander" zusammengeschlossen. Mit der schoenste Ort war der Windspielladen, wo ein altes Ehepaar in Heimarbeit tausende von Windspielen baut, stimmt und in alle Welt verkauft. Die Groessten, mit ueber vier Meter langen Roehren, klingen im Garten und begleiten einen noch lange die Strasse entlang. Abends fielen wir dann in die Haende einer begeisterten Hobbykoechin, die ihr B&B nur deshalb eroeffnet hat, um mehr Rezepte ausprobieren zu koennen (wie sie uns kichernd gestand, als wir gerade nach dem fuenften Gang von den Stuehlen rollten).

Windspiele in den Midlands

27./28. November: Die naechsten Tage sollten uns allerdings einige Gelegenheit geben, unsere Pfunde wieder wegzuschwitzen: Die Drakensberge, eine Bergkette an der Ostseite des Hochlands von Lesotho bietet gleich mehrere ueber 3000 Meter hohe Gipfel. Wir schlugen unser Lager vor Giant's Castle auf, einer gewaltigen Felsenburg, die ueber einem Nationalpark thront, der neben den grossen Elan-Antilopen auch die jahrtausende alten Zeichnungen der San (oder Buschmaenner) bewahren soll.

Blick auf Giant's Castle

Noch am Ankunftstag machten wir uns auf den kurzen Anstieg zur "Main Cave", wo wie in einem Bilderbuch die Geschichte der Gegend niedergelegt ist: Die letzten Zeichnungen zeigen uniformierte Maenner mit Gewehren, vor denen die San schliesslich fliehen mussten. Auf dem Rueckweg von der Hoehle brach auch die Sonne durch die Wolkendecke und die Riesenburg zeigte sich beim Sonnenuntergang in ihrer vollen Schoenheit. Am naechsten Morgen brachen wir frueh auf: Wir hatten gelernt, dass Nieselregen am Vormittag kein schlechtes Zeichen sein muss. In voelliger Einsamkeit steigen wir in ein Nebental des Giant's Castle auf. erstes Ziel ist eine Selbstversorgerhuette, von der ein schoener Rundblick ueber die kleineren Gipfel zu erwarten ist. Auf dem Weg spueren wir mehrere kleinere Antilopen auf, die uns sehr kritisch aus grosser Distanz beobachten. Leider erweist sich die Wolkendecke heute als sehr dicht und erst auf dem Rueckweg von der Huette erreichen uns die ersten Sonnenstrahlen. Gerade rechtzeitig, um einer grossen Horde Paviane beim Klettern und Insektensuchen zuzusehen. Obwohl es schon nach Mittag ist, entschliessen wir uns noch fuer eine zweite Tour und steigen zum "World's view" auf. Unsere Muehen zahlen sich aus: Das ganze Panorama der Drakensberge von Giant's Castle, Thumb, Champagne Castle bis zum Champagne Peak liegt vor uns in der spaeten Nachmittagssonne. Muede (28km!), aber gluecklich klettern wir zurueck in unsere Huette, wo wir den restlichen Kaese aus den Midlands vernichten.

29./30. November: Am naechsten Tag sind wir leider noch zu frueh an der wohl spektakulaersten Formation der Drakensberge: Das Amphitheater liegt noch in dichten Nebel vor uns. Wir bringen dafuer unser erstes "Paeckchen" (24kg!) zur Post und beschliessen unseren vorletzten Tag in Afrika mit einer Fahrt durch den Golden Gate National Park, der mit traumhaften Landschaften und Felsen, wie dem Mushroom Rock, aufwartet. Nach einer kurzen Nacht in Harrismith, rund 300km vor Johannesburg, stellen wir wieder einmal fest, dass Suedafrika hervorragende Strassen besitzt: Fast fuenf Stunden vor unserem Abflug nach Singapur um halb drei sind wir bereits am Flughafen, viel Zeit also, nochmal von drei unglaublichen Wochen in Suedafrika zu traeumen...

Golden Gate: Mushroom Rock


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            Stand: 25. Dezember 2003