Sued Thailand (29. Januar - 7. Februar)

29./30. Januar: Ayutthaya In Bangkok angekommen entdecken wir die Errungenschaften unserer Zivilisation wieder: Funktionierende Duschen (warm!), Verkehrsregeln, Eisenbahnen... Vor allem auf das hervorragende Schienennetz Thailands hatten wir uns gefreut, denn aus unseren einst ueber zwei stolzen Monaten fuer Asien war mittlerweile nur noch eine gute Woche uebrig und die Wunschliste ist noch so lang!
Unser erstes Ziel ist die alte thailaendische Hauptstadt Ayutthaya, deren voellige Verwuestung durch die Burmesen im Jahr 1777 Ausloeser fuer die Gruendung Bangkoks war. Seit jenem Jahr haben die Thai auch eine dermassen gruendliche Abneigung kriegerischer Konflikte und fremder Eroberer, dass sie seitdem mit geschickter Diplomatie sowohl die Kolonisierung als auch weitere Kriege vermieden haben.

Kopflos in Ayutthaya

Nach der versammelten Pracht Angkors war uns klar, dass die maechtigen Ruinen Ayutthayas nicht mithalten konnten. Es bestand die akute Gefahr des "Over-Templing-Syndroms", das so viele Touristen befaellt und sich im lakonischen Kommentar "Same, same, but different" und im akuten Interesse an Eiscreme und kalten Getraenken anstelle von zehn weiteren "Buddhas in der Pose der Anrufung der Erdgoettin" aeussert. Angesichts unserer frischen Eindruecke aus Kambodscha gingen wir es also langsam an und erkundeten die einstige Hauptstadt gemuetlich mit dem Radl.
Ayutthaya heute zeigt vor allem das ganze Ausmass der Zerstoerung durch die Burmesen, die bei allem Vernichtungswahn noch einen so kuehlen Kopf behielten, dass sie neben den Haeuptern aller Buddhastatuen, die sie abschlagen konnten, auch noch alle Kunsthandwerker der Thais mit nach Rangoon und Mandalay verschleppten. Heute lassen die Ueberreste der maechtigen Tempelanlagen und die endlosen Reihen kopfloser Buddhastatuen die einstige Pracht erahnen.

Zurueck in Bangkok legten wir einen Einkaufs- und Bummeltag auf der Silom Road ein, viele unserer urspruenglichen Vorraete und Gepaeckstuecke waren verschlissen oder brauchten, wie wir selber, einen Ruhetag. So sehr genossen wir das Ausschlafen und Schlendern, dass wir um Haaresbreite unseren Nachtzug in den Sueden verpasst haetten, ganze zwei Minuten vor Abfahrt hechteten wir uns mit Gepaeck in den Zug, der erschreckend puenktlich abfuhr.

31. Januar: Krabi - Ao Phra Nang Nach einer angenehmen Nacht in den unglaublich bequemen Zugbetten der thailaendischen Staatsbahnen, klappte am naechsten Morgen alles wir am Schnuerchen: Eine Viertelstunde nach Ankunft waren wir am Busbahnhof von Trang, wo wir gerade noch Reisbaellchen fuer die Busfahrt nach Krabi einkaufen konnten, bevor es sofort wieder weiterging. Wir waren so ueberrascht, dass wir waehrend der Busfahrt erst einmal ueberlegen mussten, an welchen Strand wir eigentlich genau hinwollten. Nach einigem Blaettern im Reisefuehrer und in den Tipps anderer Reisender stand fest: Wir nehmen ein Langboot nach Ao Phra Nang und sehen von dort weiter. Endlich wieder Insel (nun gut Halbinsel, aber nur mit dem Schiff zu erreichen) und Strand, diesmal sogar mit der Aussicht auf spektakulaere Kalksteinfelsen um uns herum.

Radeln in Ruinen

1./2. Februar: Ao Phra Nang Jetzt verstanden wir erst, wieviel Glueck wir auf Ko Lipe noch gehabt hatten: Willkommen im Massentourismus! Bungalows mit Klimaanlagen, fliegende Haendler, Laerm. Wir waren erst einmal geschockt. Nur mit Muehe fanden wir einen ruhigen Bungalow. Die Ursache fuer diesen Ansturm wurde uns bald klar: Der erste Strand mit voller Wertung auf unserer Baccardi-Skala: Fuenf von Fuenf! Wer uns nicht glaubt, sollte dem englischen Reisemagazin glauben, das Ao Phra Nang unter die 10 schoensten Straende der Welt waehlte. Kein Wunder also, dass wir alle Plaene zu einer Weiterreise nach Ko Phi Phi ueber Bord warfen und uns erst einmal in die Sonne legten. Phi Phi haben wir dann doch noch gesehen, allerdings nur von unserem Tauchboot aus, denn nach eineinhalb Monaten Dasein als Landratten wollten wir sehen, ob wir unter Wasser noch atmen koennen. Das zahlte sich auch prompt aus, denn wir stiessen beim Tauchen auf eine riesige Wasserschildkroete (1,5 bis 2 Meter), die in aller Seelenruhe frische Korallen zum Mittagessen verspeiste, waehrend wir um sie herumschwirrten.

Ordentlicher Strand

3.-5. Februar: Khao Sok Nationalpark Lange haben wir mit uns gerungen, ob wir uns ueberhaupt noch einmal vor dem Abflug vom Strand aufraffen und uns in den Dschungel begeben sollten. Zum Schluss siegte unser schlechtes Gewissen allen Freunden gegenueber, die uns den Khao Sok Park so dringend empohlen hatten. Zum Glueck, denn der Park mit seinem gewaltigen Stausee war einfach ein Traum. Nach einer Nacht in einem zauberhaften Dschungelhaus wurden wir am Morgen von den Rufen der Gibbons geweckt. Mit einem Schnellboot ging es ueber den Stausee zu unserer naechsten Unterkunft, einem Gaestehaus, dessen Bambuszimmer auf dem See schwammen. Die Badewanne vor und hinter der Tuer, die Klos nur ueber einen wackligen Bambussteg am Ufer zu erreichen.

Bevor wir uns aber von den Wellen in den Schlaf wiegen liessen, stand noch einmal Abenteuer auf dem Programm: Eine Hoehlenwanderung an einem unterirdischen Fluss entlang. Nun "im unterirdischen Fluss" waere besser ausgedrueckt, denn wir schwammen, sprangen, rutschten, fielen ihn entlang, waehrend Hunderte von Fledermaeusen ueber unseren Koepfen leicht desinteressiert zusahen, wie sich die Landsaeuger denn diesmal so anstellen.

6./7. Februar: Bangkok Schweren Herzens brachen wir von Khao Sok auf, um mit dem Nachtzug zurueck nach Bangkok zu reisen. Die letzten zwei Tage in Bangkok fuellten sich schnell mit Waesche waschen, letzten Einkaufen, Aktualisierung der Webseiten und einem Abschiedsessen. Noch einmal wurde ein Paket nach Deutschland gesandt, zum letzten Mal ein ordentlich scharfes Curry probiert, bevor wir am spaeten Nachmittag Richtung Neuseeland aufbrachen.

Schwimmendes Hostel in Khao Sok


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            Stand: 30. Maerz 2004