Singapur / Malaysia (1.12. - 10.12.)

1./2. Dezember: Nach den ruhigen Tagen in den Drakensbergen waren Hektik und Laerm Singapurs erst einmal ungewohnt, doch auch dank unseres spektakulaeren Hotelzimmers mit Blick ueber den gesamten Hafen fuehlten wir uns in der Stadt bald sehr heimisch. Am ersten Tag stand allerdings zunaechst der Kampf gegen die Muedigkeit an, neben Jet-Lag machte uns auch der Schlafmangel zu schaffen - Singapur Airlines liegt in unserer Wertung bisher nicht gut...

Low Bridge!

Als naechstes stellte Florian fest, dass in Asien alles etwas kleiner ausfaellt: Kein Shopping fuer ihn, nur jede Menge Schneider, die sein bester Freund werden moechten. Dabei hatte er sich gerade dran gewoehnt, keinen Anzug zu tragen! Singapur selbst hat neben wirklich zahllosen Shopping-Centern vor allem einige sehr schoene traditionelle Viertel zu bieten, wobei wir Little India viel stimmungsvoller fanden als Chinatown. Einem Tipp Ulrichs folgend gingen wir auch in den Night Zoo, wo nachtaktive Tiere relativ ungestoert beobachtet werden koennen: Wirklich spektakulaer! Singapur gefiel uns wirklich gut, aber wir hatten uns ja vorgenommen, wieder richtig Backpacking zu machen und dafuer ist es einfach zu sauber. Also: Let's go Malysia!

3./4. Dezember : Halt, halt! Wir wollten natuerlich niemals sagen, dass Malaysia schmutzig ist. Das hoert Dr. Manathir gar nicht gerne und wie wir waehrend einer Bootsfahrt in Malacca, unserem ersten Halt, lernen mussten, protestiert seine Regierung auch schon mal ganz gerne in Hollywood, wenn bei einem James Bond Film waehrend einer Verfolgungsjagd auf einem malayischen Fluss Slumhuetten gezeigt werden... In Malacca jedensfalls wird damit gerade gruendlich aufgeraeumt, unser Guide meinte: Take pictures now, will be a rarity in 5 years. Noch besitzt das alte Handelszentrum seinen morbiden Charme zerfallener Gewuerzlager und die Reste einer portugiesischen Festung.

5. Dezember: Vom alten Zentrum ins neue: Kuala Lumpur ist so dynamisch, dass es ueberall nur noch "KL" heisst. Leider kamen wir ein halbes Jahr zu spaet: Die wirklich sehr schoenen Petronas Twin Towers sind trotz 490m Metern Hoehe nicht mehr das hoechste Gebaeude der Welt (Jetzt in Taipei). Das nimmt dem sensationellen Blick von der Skybridge zwischen den Tuermen aber nichts. In der ganzen Stadt wird hektisch gebaut, schliesslich will Malaysia bis 2020 die Industrienationen eingeholt haben. Zumindest was den Verbrauch an Beton angeht, haben sie das heute schon erreicht. Die Dynamik ist wirklich sensationell, wenngleich mit chaotischen Auswirkungen auf den Verkehr. In KL probieren wir auch zum ersten Mal das malayische Nationalgericht nasi goreng, das uns noch mehrfach Experimente mit absolut unleserlichen Menues ersparen sollte.

Petronas Towers, KL

6.-8. Dezember: Nach soviel staedtischer Hektik waren wir reif fuer ein paar Strandtage. Da die Inseln auf Malaysias Ostkueste derzeit leider im Nordostmonsun versinken, halten wir uns an Pulau Pangkor, die schoenste Insel auf der Westkueste. Pangkor bietet auch tatsaechlich einige herrliche Straende, die besten um Teluk Nipah, einem Backpacker-Dorf

Swinging in Pangkor

Und wie jeder gute Backpacker begeben wir uns die naechsten Tage auch immer wieder brav auf die Suche nach dem perfekten Strand, klettern entlang der Kueste in einsame Buchten (die dann bald von der Flut gespuelt werden) oder verlassene Strandhaeuser (mit wirklich klasse Meerschaukeln, wie man sieht!) Leider spielt das Wetter nicht wirklich mit: An konstant ueber 30 Grad haben wir uns inzwischen gewoehnt, allerdings kommt puenktlich um halb drei der Tropenregen. Zudem muessen wir Dr. Manathir leider noch mitteilen, dass die Straende von Pangkor nicht wirklich sauber sind. Faszinierend hingegen, die unterschiedlichen Kulturen Malaysias und ihr Strandleben zu beobachten: Neben den streng glaeubigen Musliminnen, die in voller Montur im Wasser plantschen, tummeln sich die Chinesinnen im Bikini und einige Inderinnen, die irgendwie in der Mitte dazwischen liegen.

9./10. Dezember: Unsere letzte Station in Malaysia hat uns dann doch noch so richtig begeistert. Georgetown, auf der Insel Penang, ist die zweitgroesste Stadt Malaysias und kann auf eine Kolonialgeschichte wie Malacca oder Singapur zurueckblicken. Im Gegensatz zu diesen Staedten sind in Georgetown viele traditionelle Stadtzuege noch erhalten, wenngleich in beklagenswerten Zustand. Eine beeindruckende Ausnahme stellt die Cheong Fatt Tze Mansion dar, eines von noch vier verbleibenden Haeusern des chinesischen Fruehkapitalisten, der Anfang des Jahrhunderts ein gewaltiges Industrie- und Handelsimperium aufbaute. (Eine amerikanische Kreuzfahrtreederei gab ihm einmal nur Tickets 2. Klasse und seinem - weissen - Privatarzt das Ticket 1. Klasse. Er drohte daraufhin kurz, die Reederei zu uebernehmen, worauf sich die Gesellschaft besann...) Eine Gruppe Privatleute hat sein Haus vor zehn Jahren vor dem Verfall gerettet und liebevoll restauriert. Daneben konnten wir auf einer Scootertour um die Insel eine Art Neuschwanstein der Buddhatempel, einen Schlangentempel mit bedauernswerten Baumnattern und ein spektakulaer schoenes chinesisches Clanhaus, das Khoo Kongsi, bewundern. Nach soviel Kultur waren wir aber inzwischen definitiv reif fuer die Insel, besser: wir waren reif fuer Ko Lipe...

Khoo Kongsi, Georgetown


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            Stand: 25. Dezember 2003